🎉
Danke für die Unterstützung!
🎉
Du musst angemeldet sein, um alle Inhalte zu sehen.
Mehr Wissen
Best Practice & Stories
11 Goldene Regeln: Texte schreiben für deine Website
Lesezeit: 9min
11 Goldene Regeln: Texte schreiben für deine Website

Manchmal hat man den Eindruck, dass es im Internet so viel Content gibt wie Sterne am Himmel, Sandkörner am Meer oder Atome in einer Zelle. Laut Internet Live Stats existieren zurzeit mehr als 1,8 Milliarden Websites. Pro Tag finden 3,5 Milliarden Google-Suchen statt und jede Minute werden 350.000 Tweets versendet.

In diesem stetig wachsenden digitalen Universum das Interesse der Leser zu wecken, ist eine gewaltige Herausforderung. Eine Studie des Analytics-Dienstleisters Chartbeat hat herausgefunden, dass 55 Prozent der Nutzer nur bis zu 15 Sekunden auf einer Seite verbringen.

Die Antwort auf diesen Trend lautet: gutes und Internet gerechtes Schreiben. Gut geschriebener und für das Web optimierter Content landet unter den ersten Suchergebnissen und fesselt die Aufmerksamkeit der Leser. Bestimmte Schreibtipps funktionieren immer – egal, ob deine Texte auf einem Bildschirm erscheinen, auf Papier gedruckt sind oder die Innenwände einer Pyramide zieren. Andere Strategien sind besonders für die digitale Welt relevant.

Wir stellen dir 11 praktische Regeln vor, mit denen dein Content die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient.

1. Kenne dein Publikum

Viele machen sich keinerlei Gedanken über ihr Zielpublikum, bevor sie ihre Worte zu Papier oder zu Bildschirm bringen. Bevor du mit dem Schreiben beginnst, solltet du dir daher folgende Fragen stellen: Wer ist meine Hauptzielgruppe? Und habe ich so etwas wie eine erweiterte Zielgruppe, die meine Hauptzielgruppe beeinflussen könnte? Wie finden diese Gruppen meine Website?

Ein Beispiel: Du erstellt eine Website für deine Anwaltskanzlei. Deine Hauptzielgruppe wäre in diesem Fall deine Bestandskunden. Deine erweiterte Zielgruppe wäre jedoch viel größer und bestünde aus anderen Anwälten, Gerichtsreportern und generell jedem, der in Zukunft deine Dienste benötigen könnte. Dein Content sollte für all diese Zielgruppen verständlich und interessant sein. Welche Fragen könnten diese Gruppen zu einem bestimmten Thema haben? Wo sind sie am häufigsten online unterwegs? Welche Informationen benötigen sie?

Zielgruppen finden Inhalte auf viele verschiedene Arten – über geteilte Social-Media-Posts, Verlinkungen von anderen Seiten, Links in E-Mails oder Suchmaschinen. Die letzte Methode ist besonders wichtig, wenn ihr für das Web schreibt. Dein Text kann noch so gut geschrieben und noch so informativ sein, doch wenn er nicht für Suchmaschinen optimiert ist, wird ihn kaum jemand finden. Denk also an deine Zielgruppe und frage dich: Welche Suchbegriffe würde diese bei Google eintippen? Diese Begriffe solltest du unbedingt in deinen Haupt- und Unterüberschriften einsetzen.

2. Folgt dem Modell der “umgekehrten Pyramide”

Leser im Internet haben eine kurze …

...

… Aufmerksamkeitsspanne. Sie entscheiden innerhalb von Sekunden, ob deine Seite die Informationen bietet, die sie suchen. Strukturiere deinen Content deshalb wie einen Trichter oder wie eine auf den Kopf gestellte Pyramide. Die essenziellen Informationen stehen oben auf deiner Seite. Danach arbeitest du dich zu den weiterführenden Informationen vor und endest mit den eher nebensächlichen Dingen.

Nehmen wir an, du erstellst eine Website für eine Konferenz. Die wichtigsten Details wie Thema, Datum und Ort stünden somit ganz oben auf der Seite. Darauf würden weiterführende Infos wie Redner und Themen folgen. Die weniger wichtigen Angaben – Organisator, Geschichte der Konferenz und Zusatzinfos – stünden ganz unten auf der Seite.

Diese beiden Grafiken zeigen euch, wie ihr die Informationen auf eurer Website gut strukturieren könnt.

3. Schreibe kurze und einfache Sätze

Lange Sätze sind für Thomas Mann – die kurze Aufmerksamkeitsspanne heutiger Leser schreit nach Sätzen mit maximal 35 Wörtern. Laut einer OECD-Studie erreichen gerade einmal 10,7 Prozent der Deutschen die höchsten beiden Stufen der Lesekompetenz. 17,5 Prozent lesen sogar auf dem Niveau eines 10-jährigen Kindes! Daher heißt die Schlussfolgerung: Je einfacher und verständlicher du deine Texte schreibst, desto mehr Leser erreichst du.

Verwende hauptsächlich Substantive und Verben und setze Adverbien und Adjektive eher sparsam ein. Schreibe keine Wörter wie “lakonisch” oder “echauffieren”, wenn es “ruhig” oder “aufregen” auch tun.

Wenn du dir nicht sicher bist, auf welchem Niveau du schreibst (so wie die meisten von uns), kannst du deine Texte anhand verschiedener Lesbarkeitsmodelle überprüfen.

Die meisten bekannten Modelle bewerten die Wort- und Satzlängen in einem Text. Daraus wird ein Index oder ein entsprechendes Bildungsniveau errechnet. Diese drei Tools scannen deine Texte und bewerten ihre Lesbarkeit:

4. Verwende aktive Formulierungen

Verwende aktive anstatt passiver Verbformen und nennt das Subjekt des Satzes. Schreibt also nicht “ein Kaffee wurde bestellt”, sondern lieber “der Mann bestellte einen Kaffee”. Anstatt “Produkte können bei uns bestellt werden” schreibst du “Ihr könnt Produkte bei uns bestellen”.

Eine aktive Sprache sorgt für prägnante und lesefreundliche Sätze. Außerdem bist du direkter. Eine direkte Ansprache (“du kannst das schaffen”) nimmt deine Leser eher mit als “man kann das schaffen”.

5. Show, don’t tell

Beschränke deine Texte nicht auf allgemeine Aussagen. Anschauliche Beispiele aus dem echten Leben helfen deinen Lesern, deine Inhalte besser zu verstehen und zu visualisieren. Sieh dir diese beiden Beschreibungen an:

Das beste Hundespielzeug, das man für Geld kaufen kann.

Oder:

Unser “Wilder Waldi”-Hundespielzeug besteht zu hundert Prozent aus Naturgummi und ist besonders widerstandsfähig. Es widersteht selbst dem kräftigsten Beißer ohne Löcher und Risse.

Welche Version vermittelt einen besseren Eindruck des Spielzeugs? Seien wir ehrlich: Es ist die zweite. Die Beschreibung macht den Knochen wesentlich anschaulicher, als eine oberflächliche Behauptung es jemals könnte.

Dass konkrete, ausführliche Produktinfos die SEO deiner Website verbessern, ist ein zusätzliches Plus. Zudem versorgen sie deine Kunden mit allen wichtigen Informationen, die sie für ihre Kaufentscheidung benötigen.

Die Produktbeschreibungen von Mymuesli

6. Vergiss Fachsprache

Das Internet ist für jeden da – nicht nur für Technikexperten. Schreib Abkürzungen aus, wenn du sie das erste Mal verwendest, vermeide Insider-Vokabular und erkläre Fachbegriffe und andere komplizierte Wörter. Setz außerdem Links zu Artikeln, mit denen sich deine Leser weitergehend informieren können.

Sieh dir diesen Satz an:

Der Journalist besorgte sich einen O-Ton, den er später für die MAZ verwendete.

Nur Rundfunkjournalisten verstehen das. Eine leserfreundliche Version wäre:

Der Journalist sprach mit einem Unfallzeugen. Dessen Aussage verwendete er später in seinem Nachrichtenbeitrag.

Dieser Tipp ist besonders wichtig, wenn du in einem technischen Industriezweig arbeitest, aber fachfremde Kunden ansprechen willst. Denke immer daran, dass du für deine Zielgruppe schreibst und nicht für deine Kollegen. Eine verständliche Sprache lässt dich offen und zugänglich erscheinen – genau der Eindruck, den du deinen zukünftigen Kunden vermitteln willst.

7. Sorge für Abwechslung bei deiner Wortwahl

Wörter sind wie Kekse – jeder hat sein Lieblingsgebäck. Doch wenn du deine Besucher bei der Stange halten willst, heißt der Schlüssel: Abwechslung. Um diese zu erzeugen, sind Wortwolken oder Word Clouds eine gute Methode.

Word Clouds sind ebenso witzig wie praktisch. Du siehst auf einen Blick, welche Wörter du am häufigsten verwendest, und kannst deine Wortwahl entsprechend ändern. Kopiere einfach deinen Text in ein kostenloses Tool wie dieses und erstelle deine Wortwolke. Je häufiger du ein Wort benutzt, desto größer wird es in deiner Wolke aussehen. 

Hast du ein bestimmtes Wort zu oft benutzt? Dann gib es in einen Thesaurus ein und suche ein Synonym für deinen Text. Stechen besonders viele negative Wörter aus deiner Wolke hervor? Dann weißt du jetzt genau, was du für einen positiveren Ton ändern musst. Halte auch nach deinen Keywords Ausschau. Diese sollten mehrmals in deinem Text auftauchen und daher leicht in einer Wortwolke zu finden sein.

Eine große Ausnahme gibt es allerdings: Bestimmte Schlüsselbegriffe sollten auf deiner gesamten Website gleich sein. Ansonsten verwirrst du deine Besucher. Als Fotograf solltest du nicht auf der einen Seite “Shootings” anbieten und auf der anderen “Foto-Sessions”.

Erstelle eine Liste mit Begriffen, die deine Firma beschreiben. Im Anschluss fasst du alle Wörter, die dasselbe bedeuten, in Gruppen zusammen. Wähle deine Favoriten und verwende diese dann überall auf deiner Website. Ungefähr so:

Verwendet: Artikel

Nicht: Ware

Verwendet: Fotoshooting

Nicht: Foto-Session, Foto-Termin, Shooting

Heißen Kunden bei dir Klienten, Patienten oder Nutzer? Bietest du Services, Dienstleistungen oder Lösungen an? Hast du diese Liste einmal erstellt, kannst du damit jeden deiner Texte überprüfen, bevor du ihn veröffentlichst.

8. Mach deinen Text leicht zu überfliegen

In deinem Text sollten die wichtigsten Informationen nicht nur ganz am Anfang stehen. Er sollte auch leicht zu überfliegen sein. Die meisten Leser im Internet lesen kurz über die Seite, um die Information zu finden, nach der sie suchen – finden sie diese nicht auf Anhieb, ziehen sie weiter.

Das glaubst du nicht? Dann achte genau auf dein eigenes Verhalten, wenn du das nächste Mal eine Website öffnest, die du zuvor noch nie besucht hast. Liest du von Anfang bis Ende jedes Wort? Oder springt dein Blick hin und her und sucht die Informationen, die du haben willst?

Umgang mit Text auf einer Webseite

In diesem Beispiel von Seokratie siehst du, wie du mit Überschriften deine Seite unterteilen und leichter lesbar machen kannst.

Unterteil deinem Content in Abschnitte mit aussagekräftigen Unterüberschriften. Eine Website über den Klimawandel könnte Infos beispielsweise unter folgenden Überschriften auflisten:

Diese Unterüberschriften unterstützen deine Leser nicht nur dabei, sich auf deiner Seite zu orientieren. Sie helfen auch Suchmaschinen, deinen Content zu finden. Verwende eine große Überschrift (H1) oben auf jeder Seite, mittlere Überschriften (H2), um deinen Haupt-Content zu unterteilen, und kleine Überschriften (H3) für zusätzliche Infos.

9. Nutze Multimedia

Manchmal sagt ein Bild – oder eine Infografik oder ein Video – mehr als tausend Worte. Menschen verarbeiten visuelle Inhalte 60.000 Mal schneller als Text. Mit einem leicht verständlichen Graph oder einer Grafik kannst du komplizierte Inhalte besser erklären. Auch wenn du kein hauptberuflicher Grafikdesigner seid, gibt es viele Möglichkeiten, visuelle Inhalte auf deiner Website einzusetzen. Mit Angeboten wie Canva oder Piktochart kannst du Grafiken auch selbst erstellen.

Zudem lockern Bilder deine Textblöcke auf und machen sie leichter zu lesen. Wir empfehlen mindestens ein Bild auf jeder Seite deiner Website.

10. Verwende interne Links

Das Schöne an einer Website ist, dass du Leser leicht von einer Seite auf eine andere schicken kannst. Zu anderen Unterseiten verlinkte Wörter und Satzteile helfen deinen Besuchern, noch mehr interessante Inhalte zu finden – vor allem auf deiner eigenen Website. Das sorgt dafür, dass deine Leser sich weiter mit deinen Inhalten beschäftigen und auf deiner Seite bleiben.

Sagen wir mal, dieser Satz würde auf deiner Koch-Website stehen: Ratatouille ist ein fettarmes Gericht, das aus saisonalen Zutaten wie Auberginen, Kürbissen und Tomaten besteht. So könntest du “Fettarmes Gericht” mit einem Blogeintrag verlinken, der sich mit gesunder Ernährung beschäftigt.

Diese internen Links helfen dir auch bei deiner SEO. Doch denk immer daran, dass Links stets relevant und nützlich sein sollen. Wenn du deinen Text mit Links überfrachtest, werden deine Leser nicht mehr wissen, worauf sie klicken sollen. Google empfiehlt, die Menge an Hyperlinks auf jeder Seite auf ein “vernünftiges Maß” zu beschränken.

11. Weck die Lust auf mehr

Call-to-Action-Button Beispiel

Ein Tipp: Verwende auf jeden Fall am Ende jeder Unterseite einen starken Call-to-Action (CTA). Möchtest du deine Besucher dazu bewegen, ein Kontaktformular auszufüllen oder ein Video anzuschauen? Und was ist mit einem themenverwandten Blogeintrag oder einem Bericht zum Herunterladen? Indem du mit Buttons zur richtigen Stelle auf deiner Website verlinkst, leitest du deine Leser auf andere Bereiche deiner Website und regst sie dazu an, deinen Content mit Familie und Freunden zu teilen. 

Deine Call-to-Actions sollten kurz und prägnant sein und Verben enthalten wie: “Herunterladen”, “Teilen”, “Teilnehmen”, “Unterschreiben”, “Mehr erfahren” oder “Ansehen”. Und überprüfe lieber zweimal, ob du den korrekten Link hinterlegt hast.

Schreiben ist Arbeit – oft auch keine leichte. Doch denkt daran: Deine Texte müssen nicht beim ersten Versuch perfekt sein! Wenn deine Website erst online ist, kannst du sie regelmäßig überprüfen und optimieren.

Und falls du noch keine Website hast, kannst du mit Jimdo im Handumdrehen eine erstellen.